Sind Knochen tatsächlich gefährlich oder doch eher gesund??

Ich Barfe meine Hündin selbst und habe mich fast krankhaft in die Materie eingelesen. Gerne teile ich mit Euch mein Wissen über Knochen, Knorpel und mehr.

Knochen sollten grundsätzlich ROH gefüttert werden.

Gekochte Knochen werden hart und spröde, sie können splittern und dies kann durchaus zu Verletzungen führen. Werden Knochen gekocht sind sie sehr schwer verdaulich, was zu weiteren Problemen führen kann bis hin zum Darmverschluss.

Das gilt übrigens auch für Knochen von Geflügel!

 

Bitte!! Niemals Knochen ohne Aufsicht füttern und nicht zu viel auf einmal!!!!

Bei der Knochenfütterung scheiden sich nach wie vor die Geister. Tierärzte warnen häufig vor der Verfütterung von ganzen Knochen – teilweise mit Recht, denn ein gewisses Risiko gibt es immer.

Bei gierigen Schlingern besteht durchaus die Gefahr, dass sie zu große Stücke auf einmal schlucken. Zuviel Knochen auf einmal kann zu erheblichen Problemen bei der Verdauung führen, manchmal kommt es zu so massiven Verstopfungen, sodass diese tierärztlich behandelt werden müssen. Sehr wichtig zu wissen, zu harte Knochen können zu Schäden an den Zähnen führen.

Es gibt, wie oben geschrieben, also durchaus Risiken bei der Knochenfütterung aber es gibt auch gute Gründe, die FÜR Knochen sprechen.

Zum einen liefern Knochen nicht nur Calcium, sondern auch Kollagen, Magnesium, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine.

Zum anderen sind Knochen sehr effektive „Zahnbürsten“ und zugleich Beschäftigung. Vielen Hunden bereitet es große Freude, Knochen zu fressen.

Knochen können sehr gut als „Dessert“ gefüttert werden, denn dann ist die Gier nicht so groß. Da die Magensäureproduktion durch das bereits gefressene Fleisch in vollem Gange ist und der Magen ein wenig „gepolstert“.

Gewolfte (durch den Fleischwolf gedreht und zerkleinerte) Knochen kann man sehr gut an stark schlingende oder mäkelige Fresser, die nicht so gerne kauen, es fehlt dann allerdings der Effekt der „Zahnbürste“ Zahnreinigung.

Gewolfte Knochen sind meist weichere Knochen, Brustbeinspitzen, Hälse oder Flügel, Karkassen. Häufig werden sie auch als „Knorpelmix“ bezeichnet.

Es gibt durchaus Gründe, KEINE Knochen zu füttern.

Zum Beispiel bei Nierenerkrankungen sollten z.b. keine Knochen gefüttert werden, da sie neben Calcium auch sehr viel Phosphor enthalten.

Hunde mit Darmträgheit, Megacolon oder Perinealhernie sollten Knochen nur in sehr geringem Maße oder überhaupt nicht bekommen, da Knochen häufig härteren Kot verursachen und das führt (wie schon oft erwähnt) zu Problemen.

Wenn keine Knochen gefüttert werden, ist es in den meisten Fällen ausreichend, vor allem das Calcium zu ersetzen, z.b. durch Algenkalk, Calciumcarbonat oder Calciumcitrat, Eierschale wenn keine Nierenerkrankung vorliegt, auch Knochenmehl.

Phosphor ist im Fleisch und in den Innereien meist ausreichend enthalten, aber Knochen enthalten auch andere wertvolle Nährstoffe, wie eben auch Eisen, Kalium, Kupfer, Magnesium, Natrium, Zink und vieles andere mehr.

Da fange ich direkt mal mit dem Calciumgehalt von fleischigen Knochen an. Der schwankt sehr stark (jeweils auf 100 g berechnet!) – Hühnerhälse besitzen mit etwa 1.200 mg bis 1.500 mg den geringsten Calciumgehalt und Rinder- und Pferdeknochen mit bis zu 4.000 mg Calcium am meisten.

Knochen

… unterscheidet man zunächst einmal grundlegend aufgrund ihrer Funktion.

Einfach zu merken. Je älter das Tier ist, von dem die Knochen stammen und je massiver es ist (ein Rind ist größer und wiegt mehr als ein Hühnchen), desto härter sind die Knochen.

Geflügelknochen sind dünn und hohl. Sie können recht gut verfüttert werden, auch an kleinere Hunde.

Dies gilt übrigens auch für Putenschenkelknochen, da Puten meist auch recht groß und schwer werden und ihre Beinknochen daher wesentlich stabiler und größer sind als Beinknochen von kleinerem Geflügel. Bei Putenschenkeln ist das Splittern der hohlen Knochen durchaus gefährlich, da die Knochen von Puten eben härter sind und sich dadurch spitze und gefährliche Bruchkanten bilden können.

Die Schenkelknochen von (jungen) Hühnern können dagegen unbedenklich gefüttert werden.

Knorpel

… sind überwiegend die weicheren Gelenkköpfe von tragenden Knochen junger Tiere, die Spitzen von Brustbein und Rippen, aber auch die Schulterplatten, der Kehlkopf und die Luftröhre. Knorpel ist überwiegend weicher und enthält weniger Calcium, ist dafür aber reich an natürlichen Kollagen. Es gibt aber auch hier Unterschiede – Kehlkopf und Luftröhre enthalten sehr wenig Calcium, Gelenkköpfe, Brustbein- oder Rippenspitzen und Schulterblätter haben dagegen je nach Alter des Tieres, von dem sie stammen, sogar mehr Calcium als Hühnerhälse.

 

Flügel

bitte immer mit Haut füttern und gerade bei Puten- oder Entenflügel die Spitze prüfen. Ist sie sehr spitz, sollte sie gekappt werden. Flügel sind insbesondere bei kleineren Hunden sehr beliebt, da gerade die Flügel vom Huhn sehr leicht zu kauen sind.

 

Schwänze

… vom Kalb, Rind, Ochsen und die Schweifrübe vom Pferd, gehören zu den harten, aber auch sehr knorpelhaltigen Knochen.

 

Sandknochen

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… sind aus den Kugelgelenken (Gelenkköpfen) gesägte Stücke. Sie sind relativ hart, haben aber den Vorteil, dass sie nicht einfach zerbissen werden können, sondern Hund muss wirklich darauf herum kauen, um den Knochen krümelweise fressen zu können. So landen keine größeren Knochenstücke im Magen, der Hund ist beschäftigt und für das Calcium ist bestens gesorgt.

 

Nackenknochen

… sind recht kompakte Knochen, die je nach Alter des Tieres, von dem sie stammen, sehr hart sein können. Häufig ist sehr wenig Fleisch an diesen Knochen. Nackenknochen von jungen Tieren, wie etwa Lamm oder Kalb, können super gut gefüttert werden.

 

 

 

Rippenknochen

… sind relativ hart, aber dünn, so dass vor allem Hunde ab ca. Mittelgröße mit ihnen gut zurechtkommen. Rippenknochen von jungen Tieren, wie jungen Rindern/Kälbern und Lämmern, sind sehr weich und häufig mit relativ viel Fett und Fleisch bedeckt, während z.b. Pferderippenknochen fast blank, also fast ohne Fleisch und Fett, zu bekommen sind.

Brustbeinknochen

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… sind vorwiegend von jungen Tieren sehr beliebt und geradezu ideal als Knochen. Die Brustbeinspitzen sind sehr weich, hier endet quasi der Knochen in Knorpel.

Mit Brustbeinknochen hat man geradezu eine ideale Kombination von Knochen als Calcium Lieferant und Knorpel als Kollagen Lieferanten.

Karkassen

… sind das Rückenstück überwiegend von Geflügel oder kleineren Tieren, wie z.b. Kaninchen. Karkassen beinhalten das Rückgrat, die Brustrippenknochen, Hüfte und evtl. Teile vom Hals. Karkassen sind relativ weich, so dass sie auch mit einem guten Messer, Beil oder Geflügelschere zerkleinert werden können, sie sind also ideal, um sie zerkleinert zu füttern und super für kleine Hunde geeignet. Karkassen von Kaninchen enthalten sehr viel Calcium.

 

Markknochen,

wie sie häufig im Supermarkt erhältlich sind, sind Scheiben von solchen tragenden Knochen  und sie sind noch aus einem dritten Grund gefährlich, denn beim Auslecken kann es schnell passieren, dass ein Hund sich den Knochenring über den Unterkiefer stülpt  (eine teure, aufwendige Operation kann die Folge sein).

 

 

Tragende Knochen, wie Beine von größeren Landbewohnern, sind aufgrund ihrer Aufgabe sehr massiv und hart – schließlich lastet das gesamte Gewicht auf ihnen. Solche Knochen sollte man nicht füttern, denn zum einen sind sie, einfach aufgrund ihrer großen Dichte, sehr schwer verdaulich und zum anderen droht die Gefahr von Zahnschäden. Bei großen Schenkelknochen bitte nur die Gelenkköpfe abfressen lassen (ist nur noch das harte Mittelstück übrig, dieses bitte entsorgen).